Tag der deutschen Imkerei

Die faszinierende Welt der Honig- und Wildbienen

Zum Tag der deutschen Imkerei hatte der Imkerverein Bruchsal e.V. am vergangenen Sonntag zum Lehrbienenstand in Ubstadt eingeladen: Dabei stand die Honigbiene ganz klar im Mittelpunkt – ist sie doch das Haustier der Imkerinnen und Imker und gilt (nach Schwein und Rind) als drittwichtigstes Nutztier in Mitteleuropa. Der Vereinsvorsitzende des Imkervereins Hans Singer ließ keine Frage der interessierten Besucher unbeantwortet: Wie baut die Biene die Waben? Wie finden sich Königin und Drohnen beim Hochzeitsflug? Wieviel Honig ‚macht‘ so ein Bienenvolk eigentlich? Und nicht zuletzt: Wie steht es denn um die Honigbiene?

Bei der letzten Frage ziehen Sorgenfalten über die Stirn von Hans Singer: Nach dem großflächigen Bienensterben am Oberrhein im Jahr 2008 hatten sich die Bestände relativ gut erholt. Diverse Schädlinge und Krankheiten verursachen zwar immer wieder Verluste an Bienenvölkern, aber die können durch strenge Hygiene- und Behandlungsmaßnahmen in Grenzen gehalten werden. Aktuell beobachten zahlreiche Imker, dass ihre Bienen vom Sammelflug nicht zurück in den Stock kommen. Aufgefundene Tiere zeigen Vergiftungserscheinungen. Die Recherchen dazu laufen auf Hochtouren. Es gilt Tierarten zu erhalten und zu schützen, ohne die die Ernährung der Menschheit nicht gelingen kann, denn 80 % der Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Im Bienenvolk von Michael Stuber sieht es zum Glück ganz gut aus – davon konnten sich die Besucher selbst überzeugen: volle Brutwaben waren darin zu sehen, und nebenbei wurde die junge Königin gefunden und sogleich mit einem weißen Punkt markiert, der sie als Königin aus dem Jahres 2017 ausweist.

Was kann nun aber der- oder diejenige zum Erhalt der Bienen beitragen, der sich nicht gleich der Imkerei widmen will? Hans Singer hat einfache Tipps dazu: Blütenpflanzen statt Steingärten, auf Insektizide verzichten oder auch einfach die Stängel von Stauden bis zum Frühjahr stehen lassen, damit der Wildbienen-Nachwuchs darin überwintern kann. Von einem schönen Projekt berichtet die Besucherin Margret Börgerding: Deutschland summt! Ein Wettbewerb dieser Initiative hat die pensionierte Lehrerin dazu inspiriert, eine kleine öffentliche Grünfläche in Zeutern insektenfreundlich umzugestalten. Täglich beobachtet sie nun mit den Nachbarskindern, wie sich dort unterschiedlichste Bienen und andere Insekten an den Blüten laben. ‚Das ist das Restaurant‘, erzählt sie schmunzelnd, ‚In jedem Baumarkt kann man heute Wildbienenhotels kaufen – aber wer ins Hotel geht, der will doch auch Essen gehen!‘ Sprich: die Tiere brauchen Blüten, in denen sie Nektar finden, und die sind in vermeintlich ‚modernen‘ Gärten rar. Anregungen und Tipps zum Wettbewerb findet man unter http://www.deutschland-summt.de/

Zum krönenden Abschluss ging ein Glas bester Frühlingshonig an das Gewinner-Paar, das das Gewicht einer vollen Honigwabe mit 2,6 kg am besten geschätzt hatte, und die großen und kleinen Besucher durften noch verschiedene Honigsorten verkosten. Der Besuch beim Imkerverein hat sich also wieder voll gelohnt. Die Gemeinde dankt den Vereinsaktiven für die gelungene Veranstaltung!

Darf beim Imkerverein nicht fehlen: der Blick ins Bienenvolk. (Foto: Silke Weber)

 
 

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