Die Honigbiene und ihre wilden Verwandten…

…war der Titel der ÖkoRegioVeranstaltung beim Imkerverein Bruchsal e.V. am Sonntag, den 06. Mai 2012. Die Gäste, die sich trotz Regenwetter auf den Weg gemacht hatten, erfuhren in einem fundierten Vortrag von Hans Singer alles Wissenswerte über Wildbienen, Hummeln, Wespen – und natürlich die Honigbiene. Honigbienen leisten ca. 80% der Bestäubung, weshalb sie als drittwichtigstes Nutztier in Deutschland gelten. Wer heimischen Honig kauft unterstützt diesen wichtigen Beitrag zum Naturhaushalt – denn Honig kann man zwar importieren – die Bestäubung jedoch nicht! Außerdem tut man sich selbst noch etwas Gutes, indem man durch wertvolle Inhaltsstoffe sein Immunsystem stärkt.

 

Die wilden Verwandten der Honigbiene produzieren zwar keinen Honig, leisten aber auch wertvolle Bestäubungsarbeit. Die zahlreichen Wildbienen- und Wespenarten, die sonst am Lehrbienenstand zu bewundern sind, waren an diesem Morgen leider kaum zu sehen, denn sie sind Sonnenkinder und bleiben bei Regen lieber in ihren trockenen Verstecken – lediglich ein paar wenige Goldwespen und Mauerbienen krabbelten im überdachten ‚Wildbienenhotel‘ herum. „Diese Wildbienen- und Wespenarten leben solitär, d.h. einzeln – im Gegensatz zu staatenbildenden Arten wie den Honigbienen und den sozialen Wespen.“ erklärte Hans Singer, „und allen gemeinsam ist eine äußerst wichtige Aufgabe im Naturhaushalt:

Im Gegensatz zu den Bienen, die sich ausschließlich von pflanzlichem Futter ernähren, brauchen die Wespen eiweißhaltige Nahrung für ihren Nachwuchs – und vertilgen dabei große Mengen Läuse und Mücken. Ein Hornissenvolk bringt es auf bis zu 500 Gramm Insekten pro Tag – und leistet so wirkungsvolle Schädlingsbekämpfung.“ Außerdem konnten die Besucher die beeindruckende Baukunst der Hornissen bewundern: Im vergangenen Jahr hatte ein Hornissenvolk den Innenraum einer Klotzbeute (ein ausgehöhlter Baumstamm) besiedelt. Dieses alte Nest wurde nun von Vereinsmitgliedern ausgeräumt, denn: „Hornissen besiedeln ein altes Nest nicht wieder.“ erklärte Walter Flohr, „Die jungen Hornissenköniginnen, die als einzige vom Volk überwintert haben, suchen sich im Frühjahr geeignete Hohlräume, in denen sie neue Waben bauen für ihr neu zu gründendes Volk.“ Natürliche Nistplätze sind Baumhöhlen – deshalb lohnt es sich, auch alte und abgängige Bäume in der Landschaft stehen zu lassen. Wenn die Tiere keine natürlichen Höhlen finden, besiedeln sie Schuppen, Speicher oder den Raum zwischen Dachziegeln und –gebälk. Wo immer es geht sollte der Mensch auch in seiner Umgebung die Nester dulden! Keinesfalls dürfen sie einfach zerstört werden, denn Hornissen gelten als besonders geschützte Art nach dem Naturschutzgesetz. Es sind friedliche Tiere solange man sie in Frieden lässt und es vermeidet, sich vor ihrem Flugloch aufzuhalten oder ihr Nest zu erschüttern. In besonderen Fällen kann man sich Rat holen beim Imkerverein oder beim Umweltamt der Gemeinde.

 
 

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