Monatsarchiv für Juli 2014

Anfängerkurs am Bienenlehrstand Ubstadt

Emsig wie die Bienen!

Am Ubstädter Bienenlehrstand wird fleißig gearbeitet- Erlebnisse einer Imkeranfängerin

Bereits Albert Einstein wusste um die enorme Aufgabe sowie Bedeutung der kleinen Biene. Denn ohne diese hätte der Mensch nur noch knapp vier Jahre auf der Erde zu leben. Denn neben der Produktion von Honig ist die Biene für noch vieles mehr verantwortlich, unter anderem auch für die Produktion von Wachs, Propolis und Gelee Royale. Die Hauptleistung der Biene ist allerdings die stete Bestäubung unzähliger Blüten. Dieser Fleiß und noch vieles mehr wurde sehr aufschlussreich und kurzweilig von Hans Singer erläutert und am lebenden Objekt demonstriert.  Auch was man zur artgerechten Bienenzucht benötigt und wie man an den allseits beliebten Honig gelangt wurde allen Teilnehmern sehr geduldig nahe gelegt. Verzweifeln musste niemand, denn alle Fragen wurden ausreichend beantwortet. Sei es bei der Beschaffung der Zargen und Rähmchen, oder bei der Anwendung der verschiedenen Behandlungsmitteln zum Schutz gegen den größten Feind der Biene –der Varoa-Milbe- es wurde mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Sehr spannend waren auch die Erklärungen von Organisation und Arbeitsverteilung innerhalb der Bienenvölker. Diese sind nämlich stark durchstrukturiert. Zunächst einmal gibt es die Drohnen, das sind die männlichen Bienen. Sie haben einen pummeligen, dicken Körper. Man findet sie nur im Sommer und am Sommeranfang. Dann gibt es die Arbeiterinnen, das sind die weiblichen Bienen. Sie erledigen fast alle Arbeiten im Stock. Und zu guter Letzt gibt es noch die Königin. Sie ist das einzig vollentwickelte und fortpflanzungsfähige Weibchen im Staat und zugleich die „Mutter“ aller übrigen Bienen im Volk, die untereinander alle voneinander abhängig sind- keine Biene könnte alleine überleben. Damit wir Menschen also unseren Honig bekommen, muss diese Struktur einwandfrei funktionieren. Auch sollten die Völker in einer vielfältigen Landschaft leben dürfen, mit Mähwiesen, Rapsäckern, Obstbäumen etc., also in einer Landschaft, in der sie ausreichend viel Futter finden können. Denn nur wenn das der Fall ist, kann der Imker auch den leckeren, goldenen Honig ernten. Den Teilnehmern des Imkerkurses wurde am Ubstädter Bienenlehrstand eindrucksvoll gezeigt,  wie man an diesen herankommt. Denn die Biene lagert den gewonnenen Nektar in Waben ein, in denen er dann zu dem heranreift, was wir morgens auf unser Brot schmieren. Die Arbeiterinnen im Volk fächern dann mit ihren Flügeln Feuchtigkeit aus ihrer Beute, um schließlich den reifen Honig mit einer dünnen Wachsschicht zu verdeckeln. Das alles und vieles mehr wurde auf einer sehr angenehme Art und Weise vermittelt und man freute sich sehr auf die spannenden Treffen mit den sympathischen Teilnehmern. Man wird höchstwahrscheinlich nicht das große Geld mit dem Honig machen,  was bleibt ist aber die Freude an einer spannenden Freizeitgestaltung, am Bienenlehrstand oder im Privaten- beim eigenen kleinen Bienenvolk.

Julia Braun

 

‚Wespen, Hummeln und Bienen – wozu brauchen wir die eigentlich?‘

Ubstadt-Weiher (sw) Wespen, Hummeln und Bienen sind für viele Menschen ein und das gleiche: gestreifte Insekten die stechen können und deshalb keine besonderen Sympathien genießen. Wozu brauchen wir diese Tiere also? Um dieser Frage nachzugehen, hatten der Imkerverein Bruchsal e.V. und die Gemeinde Ubstadt-Weiher am vergangenen Sonntag zu einer Öko-Regio-Veranstaltung am Lehr-Bienenstand in Ubstadt eingeladen. Zahlreiche große und kleine Besucher ließen sich dort vom Nutzen der Insekten überzeugen: Vorstandsvorsitzender Hans Singer erläuterte, dass 80% der Nutz- und Wildpflanzen auf die Bestäubung der Honigbiene angewiesen sind. Ohne Bienenbestäubung würde beispielsweise bei Äpfeln nur ca. 10% der Erntemenge erzielt. Auch größere und gesündere Früchte sind bei guter Bestäubung zu verzeichnen. Ähnlich ist die Leistung von Hummeln, Wildbienen und Wespen aller Arten. Wespen und Hornissen vertilgen außerdem große Mengen kleinerer Insekten und können so Blattlaus- und andere Schädlingspopulationen in Grenzen halten. Faszinierend sind auch die unterschiedliche Lebensweise der verschiedenen Arten: Die meisten Wildbienen- und Wespenarten bilden keine Völker sondern leben solitär. Ihre Brut entwickelt sich in Pflanzenstängeln, im morschen Holz, im offenen Boden oder in Hohlkörpern, die sich die Insekten aus Lehm töpfern. Hummeln und soziale Faltenwespen, bilden Völker, die im Frühjahr von einer Königin begründet werden, über Sommer anwachsen und im Herbst wieder absterben. Zu diesen staatenbildenden Wespen gehört auch die Hornisse, die besonders geschützt und zu Unrecht oft gefürchtet ist. Weil bei der Honigbiene das Volk den Winter überdauern kann, muss sie als einzige Art für einen reichlichen Vorrat sorgen. Diesem Umstand bedient sich die Imkerei, die einen Teil dieses Honigvorrats entnimmt. Wie der Honig in den Waben eingelagert ist und wie sich gleichzeitig an anderer Stelle im Volk die Bienenbrut entwickelt, konnten die Besucher schließlich beim Blick ins Honigbienenvolk ganz genau betrachten.

Der Blick ins Bienenvolk – aufschlussreich für den Imker - faszinierend für den Besucher

Der Blick ins Bienenvolk – aufschlussreich für den Imker – faszinierend für den Besucher