ÖkoRegio-Tour am Tag der deutschen Imkerei beim Imkerverein Bruchsal e.V.

Zum Tag der deutschen Imkerei hatte der Imkerverein Bruchsal e.V. am vergangenen Sonntag zum Lehrbienenstand in Ubstadt eingeladen. Dabei ging es nicht nur um die Honigbiene, sondern auch um deren wilde Verwandte: Wespen, Hummeln, Wild- und Honigbienen – sie alle gehören zur Insektenordnung der Hautflügler und für manche Menschen sind sie alle gleich: gestreifte Insekten die stechen können und deshalb keine besonderen Sympathien genießen. Dass sie aber in vielerlei Hinsicht nützlich, in ihrer Lebensweise höchst unterschiedlich und keinesfalls alle schwarz-gelb gestreift und lästig sind, das erfuhren die Besucher vom Vereinsvorsitzenden Hans Singer sowie anderen Mitgliedern des Imkervereins.

Die Zwerge unter den Wildbienen bleiben nur 2 mm klein während es die Holzbiene als größte heimische Wildbiene auf bis zu 4 cm Körperlänge schafft. Flügel und Körper der Holzbiene schillern in schwarz-violett, Goldwespen glänzen überwiegend in Blautönen und viele andere Arten tragen einen mehr oder weniger gestreiften braunen ‚Pelz‘. Die Bienen-Verwandtschaft ernährt sich fast ausschließlich vegetarisch und sorgt bei ihrer Futteraufnahme für die Bestäubung unzähliger Wild- und Kulturpflanzen. Wespen und Hornissen füttern ihren Nachwuchs mit tierischem Eiweiß in Form von Läusen, Schnaken und anderen Insekten und regulieren so das Vorkommen vieler Schädlinge und Plagegeister.

Selbst die Lebensweise der verschiedenen Hautflügler kann unterschiedlicher kaum sein: Die allermeisten Wildbienen leben solitär und legen ihre Eier mit einem Legestachel in die Erde oder in Pflanzenteile. Hummeln und soziale Faltenwespen, dazu gehören auch Hornissen, bilden über Sommer mehr oder weniger große Völker, die im Spätjahr absterben – lediglich die Jungköniginnen überwintern, um im nächsten Frühjahr ein neues Volk zu begründen. Bei den Honigbienen dagegen überwintert das Volk mit seiner Königin. Deshalb legt die Honigbiene eine große Menge an Wintervorrat an, von dem der Imker einen Teil aberntet. Und selbst der Honig unterscheidet sich in Aussehen, Inhaltsstoffen und Geschmack, je nach dem von welcher Pflanze das ‚flüssige Gold‘ von den Bienen eingetragen wurde: Wie gut und verschieden die Honigarten schmecken, durften große und kleine Besucher beim Imkerverein probieren.

Köstliche Honigverkostung beim Imkerverein Bruchsal e.V.

Köstliche Honigverkostung beim Imkerverein Bruchsal e.V.

Honigernte beim Imkerkurs 2016

Der goldene Tag!

Am 9. Juni war es endlich soweit, der langersehnte Tag der Honigernte war gekommen.

In großer Vorfreude auf die erste Honigernte rückten wir Jungimker mit Honigeimern an.

Erfahrene Imker des Imkervereins Bruchsal hatten alles liebevoll bis ins Kleinste vorbereitet.

Durch die halbgeöffnete Tür des Vereinsheims erspähten wir eine Honigschleuder, übrigens die erste, die ich je in meinem Leben gesehen hatte.

Auch gab es viereckige Kisten mit Schiebeglasdeckeln, die aber noch leer waren.

Um unsere Spannung noch zu steigern, hielt uns Hans Singer zuvor noch einen wissenswerten Vortrag über Honig und Honigtau. Auch erfuhren wir, was hinter der Bezeichnung „Backhonig“ steckt, wie man Honig lagert und wie wichtig es ist, hygienisch zu arbeiten, damit es nicht zu Gärungsprozessen kommt. Diese kann man an Bläschenbildung erkennen.

Jetzt aber an die Arbeit: Unsere Enkeltochter Melanie ging mit ihren 8 Jahren energiegeladen und mit viel Geschick ans Werk. Sie holte die Honigwaben aus dem Stock und befüllte damit die besagten viereckigen Kisten, die eigens für den Transport der Waben vom Stock zur Schleuder, von Hans und anderen Imkern gebaut worden waren.

Ganz schnell merkten wir auch, wofür die Schiebeglasdeckel wichtig waren: Die Bienen hätten sich auf die Honigwaben gesetzt und wären mitgeschleudert worden.

Im Vereinshaus wurden die Honigwaben entdeckelt, das hierbei entfernte Wachs ergibt ein wohlschmeckendes Kaugummi. Es duftet wunderbar.  Man kann es einfrieren und bei Bedarf kauen, es vertreibt Magen und Darmverstimmungen.

Dann wurden die tropfenden Waben in die Schleuder gestellt. Das Gefühl, als unser erster eigener Honig wie flüssiges Gold in den Honigeimer tropfte, ist einfach unbeschreiblich und dazu der Duft, der das ganze Vereinsheim durchzog. Himmlisch! Innerlich schickte ich ein Dankgebet zu Gott, dem Schöpfer, für diese Gabe.

Ein großer Dank gilt auch Hans Singer und seinen Helfern, die uns mit viel Engagement und fachkundigem Wissen in diese Geheimnisse Einblick gewähren.

 

Harald und Gabriele Maisch

Hete wird geerntet

Heute wird geerntet

prallvolle Waben

prallvolle Waben

entdeckeln...

entdeckeln…

und schleudern

und schleudern

Der Lohn der Mühe: köstlicher Honig

Der Lohn der Mühe: köstlicher Honig

Erste Impressionen aus dem Imkerkurs

Seit dem Frühjahr 2016 läuft der Imkerkurs für Jungimker. Zwei Teilnehmer sandten uns ihre Eindrücke zu, um mit allen Bienen-Interessierten ihre Begeisterung zu teilen:

Hier ein paar Impressionen vom sehr lehrreichen und spannenden Imkerkurs 2016 des Imkervereins Bruchsal.

Das Vereinsgelände in Ubstadt liegt paradiesisch.

Hier ist unser Treffpunkt für den Imkerkurs: Das Vereinsgelände des Lehrbienenstandes

Hier ist unser Treffpunkt für den Imkerkurs: Das Vereinsgelände des Lehrbienenstandes

Hier werden wir angehenden Jungimker (-innen),

gleich welchen Alters, geschult.

Unsere Bienenstöcke bleiben so lange dort, bis wir selbständig

imkern können.

Denn das müssen wir wissen:

Wie wir den Bienen ein Zuhause bieten, wie wir sie gesund

erhalten und bei Bedarf mit zusätzlicher Nahrung versorgen.

Dafür geben sie uns einen großen Teil ihres Honigs!

Harald und Gabriele Maisch

Hans Singer erklärt auf spannende Weise, Was ein Bienenvolk ausmacht.

Hans Singer erklärt auf spannende Weise, Was ein Bienenvolk ausmacht.

Bienenstich? kommt später. Jetzt erst mal Sicherheit

Bienenstich? kommt später. Jetzt erst mal Sicherheit

Praxisunterricht

Praxisunterricht

Es ist spannend, was in solch einem Volk vor sich geht.

Es ist spannend, was in solch einem Volk vor sich geht.

Jahresprogramm 2016 auf einen Blick

Liebe Imkerkolleginnen und -Kollegen, liebe Interessierte,

nicht mehr lange, und das große Frühlingserwachen an den Bienenständen beginnt. Es ist also langsam Zeit, uns darauf vorzubereiten unsere „Prinzessinen wachzuküssen“ und auszuwintern.

Und auch in diesem Jahr gibt es viele Termine für Sitzungen und informative Treffen, zu denen wir ganz herzlich einladen:

Imkertreffs und Vereinsaktivitäten im Jahr 2016

6.März: Generalversammlung, 14.00 Uhr im Restaurant „Adria“ in Weiher mit dem Vortrag  „Erfolgreich Imkern mit gesunder Völkerführung“, Referent: Dr. Rosenkranz, Leiter der Abteilung Bienenkunde an der Uni Hohenheim

12.April: Imkertreff um 19.00 Uhr im Restaurant „Adria“ in Weiher mit dem Vortrag  „Auswinterung und Frühjahrsarbeiten“, Referent Hans Singer

10.Mai: Imkertreff um 19.00 Uhr im Restaurant „Adria“ in Weiher mit dem Vortrag  „Waldtracht“,  Referent: Klaus Albiez

15.Mai – 21. Aug.: Bienenlehrstand in Ubstadt, jeden Sonntag von 10.00 – 12.00 Uhr Erfahrungsaustausch

15.Mai: 10.00 Uhr, Bienenlehrstand in Ubstadt, Ablegerbildung u. Milchsäurebehandlung    Referenten: Hans Singer, Michael Stuber

22.Mai: 10.00 Uhr, Bienenlehrstand in Ubstadt, Königinnenvermehrung Teil 1    Referent: Michael Stuber

29.Mai: 10.00 Uhr, Bienenlehrstand in Ubstadt, Königinnenvermehrung Teil 2    Referent: Michael Stuber

14.Juni: Imkertreff um 19.00 Uhr am Bienenlehrstand in Ubstadt mit dem Vortrag  „Spätsommerarbeiten“,  Referent: Hans Singer

3.Juli: 10.00 – 12.30 Uhr, Bienenlehrstand in Ubstadt, Vortrag zum Tag der deutschen Imkerei, „Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen – wozu brauchen wir die eigentlich?“, Verkostung verschiedener Honigsorten

13.Sept.: Imkertreff um 19.00 Uhr im Restaurant „Adria“ in Weiher mit dem Vortrag  „Aktuelles in der Imkerei“,   Fachberater für Imkerei Siegfried Dietrich

15.Okt.: 16.30 Uhr, 125 Jahrfeier des Imkerverein Bruchsal e. V. in Ubstadt        

8.Nov.: Imkertreff um 19.00 Uhr im Restaurant „Adria“ in Weiher mit dem Vortrag „Wertvolle Trachtquellen in der Vegetation im Laufe des Jahres“, Referent Jürgen Alberti

                     

Bei jedem Imkertreff gibt es Hinweise, was aktuell bei den Bienen zu beachten ist.

Gäste sind immer herzlich willkommen!

Versammlungslokal Restaurant „Adria“ beim Sportplatz in Weiher

Anschrift: Hauptstr. 172, 76698 Ubstadt – Weiher, Tel. 07251-63245

Anfängerkurs am Bienenlehrstand Ubstadt

Emsig wie die Bienen!

Am Ubstädter Bienenlehrstand wird fleißig gearbeitet- Erlebnisse einer Imkeranfängerin

Bereits Albert Einstein wusste um die enorme Aufgabe sowie Bedeutung der kleinen Biene. Denn ohne diese hätte der Mensch nur noch knapp vier Jahre auf der Erde zu leben. Denn neben der Produktion von Honig ist die Biene für noch vieles mehr verantwortlich, unter anderem auch für die Produktion von Wachs, Propolis und Gelee Royale. Die Hauptleistung der Biene ist allerdings die stete Bestäubung unzähliger Blüten. Dieser Fleiß und noch vieles mehr wurde sehr aufschlussreich und kurzweilig von Hans Singer erläutert und am lebenden Objekt demonstriert.  Auch was man zur artgerechten Bienenzucht benötigt und wie man an den allseits beliebten Honig gelangt wurde allen Teilnehmern sehr geduldig nahe gelegt. Verzweifeln musste niemand, denn alle Fragen wurden ausreichend beantwortet. Sei es bei der Beschaffung der Zargen und Rähmchen, oder bei der Anwendung der verschiedenen Behandlungsmitteln zum Schutz gegen den größten Feind der Biene –der Varoa-Milbe- es wurde mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Sehr spannend waren auch die Erklärungen von Organisation und Arbeitsverteilung innerhalb der Bienenvölker. Diese sind nämlich stark durchstrukturiert. Zunächst einmal gibt es die Drohnen, das sind die männlichen Bienen. Sie haben einen pummeligen, dicken Körper. Man findet sie nur im Sommer und am Sommeranfang. Dann gibt es die Arbeiterinnen, das sind die weiblichen Bienen. Sie erledigen fast alle Arbeiten im Stock. Und zu guter Letzt gibt es noch die Königin. Sie ist das einzig vollentwickelte und fortpflanzungsfähige Weibchen im Staat und zugleich die „Mutter“ aller übrigen Bienen im Volk, die untereinander alle voneinander abhängig sind- keine Biene könnte alleine überleben. Damit wir Menschen also unseren Honig bekommen, muss diese Struktur einwandfrei funktionieren. Auch sollten die Völker in einer vielfältigen Landschaft leben dürfen, mit Mähwiesen, Rapsäckern, Obstbäumen etc., also in einer Landschaft, in der sie ausreichend viel Futter finden können. Denn nur wenn das der Fall ist, kann der Imker auch den leckeren, goldenen Honig ernten. Den Teilnehmern des Imkerkurses wurde am Ubstädter Bienenlehrstand eindrucksvoll gezeigt,  wie man an diesen herankommt. Denn die Biene lagert den gewonnenen Nektar in Waben ein, in denen er dann zu dem heranreift, was wir morgens auf unser Brot schmieren. Die Arbeiterinnen im Volk fächern dann mit ihren Flügeln Feuchtigkeit aus ihrer Beute, um schließlich den reifen Honig mit einer dünnen Wachsschicht zu verdeckeln. Das alles und vieles mehr wurde auf einer sehr angenehme Art und Weise vermittelt und man freute sich sehr auf die spannenden Treffen mit den sympathischen Teilnehmern. Man wird höchstwahrscheinlich nicht das große Geld mit dem Honig machen,  was bleibt ist aber die Freude an einer spannenden Freizeitgestaltung, am Bienenlehrstand oder im Privaten- beim eigenen kleinen Bienenvolk.

Julia Braun

 

‚Wespen, Hummeln und Bienen – wozu brauchen wir die eigentlich?‘

Ubstadt-Weiher (sw) Wespen, Hummeln und Bienen sind für viele Menschen ein und das gleiche: gestreifte Insekten die stechen können und deshalb keine besonderen Sympathien genießen. Wozu brauchen wir diese Tiere also? Um dieser Frage nachzugehen, hatten der Imkerverein Bruchsal e.V. und die Gemeinde Ubstadt-Weiher am vergangenen Sonntag zu einer Öko-Regio-Veranstaltung am Lehr-Bienenstand in Ubstadt eingeladen. Zahlreiche große und kleine Besucher ließen sich dort vom Nutzen der Insekten überzeugen: Vorstandsvorsitzender Hans Singer erläuterte, dass 80% der Nutz- und Wildpflanzen auf die Bestäubung der Honigbiene angewiesen sind. Ohne Bienenbestäubung würde beispielsweise bei Äpfeln nur ca. 10% der Erntemenge erzielt. Auch größere und gesündere Früchte sind bei guter Bestäubung zu verzeichnen. Ähnlich ist die Leistung von Hummeln, Wildbienen und Wespen aller Arten. Wespen und Hornissen vertilgen außerdem große Mengen kleinerer Insekten und können so Blattlaus- und andere Schädlingspopulationen in Grenzen halten. Faszinierend sind auch die unterschiedliche Lebensweise der verschiedenen Arten: Die meisten Wildbienen- und Wespenarten bilden keine Völker sondern leben solitär. Ihre Brut entwickelt sich in Pflanzenstängeln, im morschen Holz, im offenen Boden oder in Hohlkörpern, die sich die Insekten aus Lehm töpfern. Hummeln und soziale Faltenwespen, bilden Völker, die im Frühjahr von einer Königin begründet werden, über Sommer anwachsen und im Herbst wieder absterben. Zu diesen staatenbildenden Wespen gehört auch die Hornisse, die besonders geschützt und zu Unrecht oft gefürchtet ist. Weil bei der Honigbiene das Volk den Winter überdauern kann, muss sie als einzige Art für einen reichlichen Vorrat sorgen. Diesem Umstand bedient sich die Imkerei, die einen Teil dieses Honigvorrats entnimmt. Wie der Honig in den Waben eingelagert ist und wie sich gleichzeitig an anderer Stelle im Volk die Bienenbrut entwickelt, konnten die Besucher schließlich beim Blick ins Honigbienenvolk ganz genau betrachten.

Der Blick ins Bienenvolk – aufschlussreich für den Imker - faszinierend für den Besucher

Der Blick ins Bienenvolk – aufschlussreich für den Imker – faszinierend für den Besucher